Hauptfilm Die Frühgeschichte des Kinos (Titel)

Schule von
Brighton


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es zunächst Vertreter des englischen Kinos, George A. Smith und James Williamson, Angehörige der Schule von Brighton, die damit begannen, die Filmsprache zu entwickeln.

 
 






George A. Smith nahm als erster einen Einstellungswechsel vor, der durch nichts begründet war.
 

In "Mary Jane's Mishap" nahm Smith zusätzlich einen Ortswechsel vor, so daß die Einheit von Szene und Einstellung vollkommen aufgehoben ist. Eine weitere Technik, die vermutlich auf Smith zurückgeht, ist die der subjektiven Kamera, wenn in "Grandma's Reading Glass" ein kleiner Junge durch ein Vergrößerungsglas verschiedene Gegenstände betrachtet, die dann in Großaufnahme zu sehen sind.(102)

In "Attack on a China Mission" von James Williamson lassen sich außerdem noch Ansätze zu einer Parallelmontage erkennen, weil die Gleichzeitigkeit zweier räumlich voneinander getrennter Handlungen durch abwechselnde Einstellungen ausgedrückt wurde.(103)

In diesen kurzen Filmen, die alle aus dem Jahre 1901 stammen, wird die Bedeutung der Schule von Brighton deutlich, die erstmals mit heute selbstverständlichen Montagetechniken dem damaligen Zuschauer ein völlig neues Raum- und Zeitgefühl vermittelten.(104)

 
 
(102) vgl. Robertson (1988), S. 111
(103) vgl. Bazin (1915), S. 29
(104) vgl. Toeplitz (1987), S. 28-30; vgl Sidler (1982), S. 67-71
 
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