Hauptfilm Die Frühgeschichte des Kinos (Titel)

Projektion


Die Projektion hat ihren Ursprung, ebenso wie die Fotografie, in der Camera Obscura, die auf der Tatsache beruht, dass Lichtstrahlen, die auf ein kleines Loch in einen verdunkelten Raum fallen auf der gegenüberliegenden Fläche

 


ein seitenverkehrtes Abbild des Gegenstandes projizieren, von dem die Lichtstrahlen reflektiert wurden.(8) Dieses Prinzip war schon 965 in Ägypten bekannt und wurde Ende des 15. Jahrhunderts von Leonardo da Vinci genau beschrieben.
 


Quelle: Abb. 1: Camera Obscura, 1646 Quelle: Berger (1986), S. 10

 
 

Im Jahre 1654 projizierte der Jesuitenpater Athanasius Kircher mit Hilfe von Kerzenlicht eine auf einem Hohlspiegel aufgebrachte Schrift bis zu 150 Meter weit.(9)

Kurz darauf verwendete der niederländische Physiker Christian Huygens auswechselbare Gläser als Bildträger und entwickelte die Laterna Magica (Zauberlaterne), eine Art Vorläufer des Diaprojektors. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Laterna Magica häufig zur religiösen Bekehrung oder für Geisterbeschwörungen eingesetzt.

Besondere Bekanntheit erlangten die "Phantasmagorien" des Belgiers Etienne Gaspar Robertson mit seinem "Phantascop", einer Laterna Magica auf Rollen. Durch diese und andere technische Modifikationen, wie z.B. Rückprojektion, Überblendtechnik bei der Projektion mit mehreren Laternen (Nebelbilder), stärkere Lichtquellen über Öl- und Kalk- bis hin zu elektrischem Licht, und schließlich die Verwendung von Photographien statt gemalter Bilder, wurde die Illusion der Bewegung immer mehr perfektioniert.

Im 19. Jahrhundert wurde die Laterna Magica industriell ausgewertet und das Spektrum der Vorführungen weitete sich auf seriöse Familienunterhaltung und Bildungsprogramme aus.(10)

 
 

  • a) Zauberlaterne von Thomas Walgenstein, 1662
    Quelle:
    Berger (1986), 3. 11
  • b) Phantascop von 7..G. Robertson ca. 1800
    Quelle:
    Zglinicki (1919), S. 69
  • c) Zauberlaterne, Kupferstich von Schellenberg, 1140-1806
    Quelle:
    Zglinicki (1986), S. 35
 
 
(8) vgl. Berger (1986), S. 10
(9) vgl. Fraenkel (1456), S. 22
(10) vgl. Zglinicki (1986), S. 36-41; vgl. Zielinski (1989), S. 40-42
 
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